Pressematerialien

Hier finden Sie ausgewählte Pressematerialien zur UNESCO-Weltkonferenz in Deutschland.

Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland

Was versteht man unter Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Gemeint ist damit eine Bildung, die Menschen zu verantwortungsvollem Denken und Handeln befähigt. Sie soll jedem Einzelnen ermöglichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen.

Weitere Informationen:

Was ist BNE?

Was ist BNE? in Leichter Sprache

Warum brauchen wir eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)?

Um globale Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien, Ungleichheiten und Ressourcenknappheit zu bewältigen, braucht es den Einsatz von jeder und jedem Einzelnen. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist hierfür ein wichtiger Schlüssel. Durch Bildung für nachhaltige Entwicklung werden die notwendigen Kompetenzen erworben, um die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu fällen.

Woher kommt die Idee einer Bildung für nachhaltige Entwicklung?

2015 fiel der Startschuss für das  UNESCO-Weltaktionsprogramm "Bildung für nachhaltige Entwicklung". Dieses Programm leistet einen Beitrag zur "Agenda 2030", welche 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung festsetzt. Mit diesen Zielen – den "Sustainable Development Goals" (SDGs) - wollen die Vereinten Nationen allen Menschen ein würdiges Leben ermöglichen und dabei die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft bewahren. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Teil des SDG 4 – "Bildung für alle".

Welche Rolle spielt BNE in Deutschland?

Die Bundesregierung hat sich 2015 unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Ziel gesetzt, BNE im deutschen Bildungssystem strukturell zu verankern. Das betrifft jeden Bildungsbereich und jedes Lebensalter.  Das BMBF hat dafür eine gemeinsame Struktur von Bund, Ländern, Kommunen und Zivilgesellschaft geschaffen. Die Nationale Plattform BNE, sein oberstes Lenkungsgremium, setzt sich aus circa 40 Entscheidungsträgerinnen und -trägern des Bundes, der Länder, der Kommunen, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam hat die Nationale Plattform den Nationalen Aktionsplan BNE erarbeitet, in dem 130 Ziele und 349 Maßnahmen vereinbart und seit 2017 kontinuierlich umgesetzt werden. Insgesamt sind mehr als 300 Organisationen und Institutionen am nationalen BNE-Prozess beteiligt. Bei den Aktivitäten mit dem Ziel, BNE in allen Bildungsbereichen zu etablieren, ist Deutschland weltweit Vorreiter.

Regelmäßiger Erfolgsbericht

Die Bundesregierung legt einmal pro Legislaturperiode dem Deutschen Bundestag den Bericht der Bundesregierung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE-Bericht) vor. Im aktuellen 7. Bericht von April 2021 werden die BNE-Aktivitäten der Bundesregierung, der Länder und Länderkonferenzen sowie der Kommunen und weiterer Nachhaltigkeitsinstitutionen wie dem Rat für nachhaltige Entwicklung in der 19. Legislaturperiode abgebildet.

Zahlen, Fakten und Beispiele

Herausforderungen: "Brennpunkt Umwelt" als Beispiel für nachhaltige Bildung

  • Die Welt erzeugt 2,01 Milliarden Tonnen Abfall pro Jahr.
  • 99 Prozent vom dem, was wir kaufen, wird innerhalb von 6 Monaten weggeworfen.
  • Bis zu 40 Prozent des Ozeans ist stark von Verschmutzung, Überfischung, dem Verlust von Küstenlebensräumen und anderen menschlichen Aktivitäten betroffen.
  • Jedes Jahr landen schätzungsweise acht Millionen Tonnen Plastik im Meer
  • Zwei Drittel der extremen Wetterereignisse der letzten 20 Jahre wurden vom Menschen beeinflusst.
  • Es gibt mehr Kohlendioxid in unserer Atmosphäre als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit.

Fahrplan Deutschland: Der Nationale Aktionsplan und seine Inhalte

  • 130 Ziele und 349 konkrete Maßnahmen
  • Untergliedert nach zentralen Bildungsbereichen: Frühkindliche Bildung, Schule, Berufliche Bildung, Hochschule, Non-formales und informelles Lernen/Jugend sowie Kommunen
  • Ziel: Bildung für nachhaltige Entwicklung strukturell in der deutschen Bildungslandschaft verankern
  • Ansatz: Lehrpläne, Curricula und Ausbildungsordnungen sowie die Aus-, Fort- und Weiterbildungen der pädagogischen Fachkräfte reformieren
  • Nationaler Aktionsplan

BNE-Erfolge International

  • Über 900 strategische Positionspapiere zu BNE weltweit
  • 26,3 Millionen Lernende involviert
  • Knapp 50.000 Einrichtungen für Lehrkräftebildung gefördert
  • 2.400 Programme auf kommunaler Ebene eingeführt

Lesen Sie mehr in der BNE-Zwischenbilanz.

BNE-Erfolge in Deutschland

  • 130 konkrete Ziele gesetzt
  • 349 Maßnahmen verabschiedet
  • Mehr als 300 Institutionen und Organisationen beteiligt

Projektbeispiele in Deutschland

Haus der kleinen Forscher

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert seit 2016 die Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Sie bietet bundesweit Fortbildungen und Materialien zur frühkindlichen Bildung für nachhaltige Entwicklung an. Damit unterstützt die Stiftung insbesondere Erzieherinnen und Erzieher und Grundschullehrerinnern und Grundschullehrer. 

Neben Themen wie Klimawandel und Umweltschutz geht es auch um Rohstoffe, Ernährung, Produktion und Konsum, Gleichberechtigung, Mobilität sowie kulturelle Vielfalt.

BNE-Jugendforum youpaN

Mit dem Ziel der Einbindung junger Menschen in BNE-Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse wird ein eigenes Jugendgremium finanziert: das BNE-Jugendforum "youpaN", in dem sich 30 junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren für Bildung für nachhaltige Entwicklung engagieren.

BNE-Kompetenzzentrum

Auf Basis fundierter praktischer und wissenschaftlicher Expertise dient das BNE-Kompetenzzentrum als Katalysator für BNE in den kommunalen Bildungslandschaften. Es bündelt Wissen und Erfahrungen und macht sie zielgerichtet zugänglich. Es setzt fachliche und methodische Impulse über eine Prozessbegleitung vor Ort, organisiert Vernetzungs- sowie Peer-Learning-Situationen und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kommunalen Bildungslandschaften.

Die BNE-Akteurskarte zeigt die Akteure in der deutschen BNE-Landschaft.

Was ist die UNESCO BNE-Weltkonferenz "Learn for our planet. Act for sustainability."

Wer? Was? Wann? Wo?

Die globale Auftaktkonferenz für das UNESCO-Programm "BNE 2030" ("ESD for 2030") fand vom 17. bis 19. Mai 2021 als virtuelle Konferenz statt und wurde von der UNESCO und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung als Gastgeber veranstaltet. Die Deutsche UNESCO-Kommission war als beratender Partner in die Organisation der Konferenz mit eingebunden. Die Konferenz bot Gelegenheit, Perspektiven und konkrete Aktionen zur Umsetzung des neuen Programms zu planen.

Die Konferenz wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Generaldirektorin der UNESCO, Audrey Azoulay, eröffnet. Auch eine Video-Botschaft des deutschen Astronauten Alexander Gerst stand auf dem Programm.

2.800 Teilnehmer aus 130 Ländern der ganzen Welt nahmen teil. Unter den Akteuren aus aller Welt fanden sich insbesondere politische Entscheidungsträger aus den Bereichen Bildung und Nachhaltigkeit. Auch nahmen NGO-Vertreter, Experten sowie Vertreter aus der Entwicklungspolitik und der Privatwirtschaft teil. Eine Besonderheit der Konferenz war ihre starke Jugendbeteiligung.

Im Rahmen einer Ministerkonferenz am Nachmittag des 17. Mai und am Vormittag des 19. Mai besprachen 76 Ministerinnen und Minister nationale Initiativen zur Implementierung von Bildung für nachhaltige Entwicklung.

17.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Konferenz in den angebotenen Livestreams.

Was ist das Ziel der Konferenz?

Im Mittelpunkt stand der Startschuss für einen gemeinsamen Fahrplan zur Umsetzung von "Bildung für nachhaltige Entwicklung" als wichtiges Nachhaltigkeitsziel bis 2030 - in Deutschland und der ganzen Welt. Die Konferenz sollte als Forum dienen, um die Notwendigkeit eines weltweit veränderten Bildungsansatzes sowie die Herausforderungen beim Thema Nachhaltigkeit herauszustellen.

Weitere Informationen:

Programm "BNE 2030" (Education for Sustainable Development: Learn for our planet. Act for sustainability)

Welche Ergebnisse werden erwartet?

Deutsche Teilnehmende

Mit Video-Botschaft:

  • Alexander Gerst
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel

BMBF/KMK/AA:

  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, BMBF
  • Ministerin Prien, KMK (SH)
  • Staatssekretär Christian Luft, BMBF
  • Staatsministerin Michelle Müntefering, AA

Weitere Podien-Teilnehmenden:

  • Julia Althoff, MESH Collective
  • René Bethmann, Vaude
  • Ines Bott, KIT
  • Prof. Gerhard de Haan, Institut Futur FU Berlin
  • Peter Kurz, Bürgermeister Mannheim
  • Michael Schwarz, BiBB
  • Professor Johannes Vogel, Naturkundemuseum Berlin
  • Martin Wittau, BVNG

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