Bundeskonferenz kommunales Bildungsmanagement - Wie Kommunen BNE gestalten

Die Veranstaltungsinhalte der digitalen Bundeskonferenz Kommunales Bildungsmanagement sind noch bis 01. April 2021 in der Mediathek abrufbar. Das meistbesuchte Fachforum der Konferenz beschäftigte sich mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Ausschnitt aus der Videokonferenz

BMBF

Screenshot der Mediathek

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Mit rund 800 Teilnehmenden, spannenden und anregenden Vorträgen und Austauschen fand am 16. März 2021 die erste rein digitale Bundeskonferenz kommunales Bildungsmanagement statt. Unter dem Motto "Bildung vernetzt. Ein Leben lang." wurde ein breites Spektrum bildungspolitischer Herausforderungen thematisiert, denen sich die Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands durch den Aufbau datenbasierter kommunaler Bildungsmanagementstrukturen (DKBM) in unterschiedlicher Weise stellen. Ein Themenfeld war auch Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

Das Fachforum zur BNE war mit Vertretern und Vertreterinnen aus dem Bildungsmanagement von Kommunen und mit Mitgliedern des BNE-Jugendforums youpaN besetzt und vereinte damit unterschiedliche Perspektiven auf die besonderen Herausforderungen in diesem Bildungsbereich. So schlug der Leipziger Bildungsmonitorer Mario Bischof etwa eine Brücke zwischen dem Leipziger DKBM und BNE, indem er die Chance herausstellte, durch die Darstellung von Daten in Berichten und Analysen Themen setzen zu können beziehungsweise diese in die öffentliche Diskussion zu holen und einen breiten Austausch anzuregen. "BiNaKom", das BNE-Kompetenzzentrum, könnte hier ein zusätzlicher Faktor zur Unterstützung des kommunalen Engagements sein, BNE als integralen Teil einer kommunalen Gesamtstrategie zu etablieren.

Ronja Hallerbach, Mitglied des youpaN, machte vor allem deutlich, dass es darum gehen müsse, Menschen zu beteiligen. Keine Institution müsse alleine eine Definition von BNE erarbeiten. Auch die aus der Definition abzuleitenden Bildungsangebote müssten nicht alleine entwickelt werden. BNE sei eine Gemeinschaftsaufgabe, dafür seien umfangreiche Partizipationsmöglichkeiten notwendig. Gerade die Beteiligung junger Menschen bedürfe fester und institutioneller Strukturen. Junge Menschen hätten gezeigt, zum Beispiel durch die Fridays for Future Demonstrationen, dass sie nicht politikverdrossen seien. Der Bedarf an Veränderungen werde gerade auch von jungen Menschen wahrgenommen, sie hätten den Willen zur Neugestaltung. (Tipp: Unter "Was ist BNE" kann man mehr darüber erfahren, worum es bei BNE geht.)

Diesen Ansatz bekräftigte der Leiter der Stabstelle "Freiburger Bildungsmanagement" Hartmut Allgaier. Der zentrale Aspekt von BNE sei es, die Menschen mitzunehmen. Das müsse eine Kommune schaffen. Und auch Frau Wagner, Bildungsmonitorerin der Stabstelle "Freiburger Bildungsmanagement" betonte ihren Wunsch nach einem differenzierten Verantwortungsbewusstsein, mit dem sich alle Menschen einer Kommune identifizieren und daraus eigene Handlungsmöglichkeiten für sich selbst ableiten.

Amelie Paassen, ebenfalls Mitglied von youpaN, zeichnete ein positives Bild ihrer Wahrnehmung von BNE und Jugendbeteiligung. Es gebe viele gute Ansätze der Beteiligung, die jedoch stärker den Bedürfnissen der jeweiligen Altersgruppe angepasst sein müssten. Besonders für junge Menschen seien die bestehenden Formate noch nicht immer passend. Ohne konkrete Befugnisse sei jedoch eine Partizipation nicht hinreichend. Ronja Hallerbach ergänzte dies um die Frage, ob die Formate denn tatsächlich für die "Erwachsenen" in der bestehenden Form so ideal seien. Sie sah eine grundsätzliche Chance für eine Veränderung politischer Partizipation.

Am Schluss waren sich die Mitwirkenden des Fachforums einig: "Bildung" und "Lernen" brauchen eine neue Betrachtungsweise. Es gilt, voneinander und gemeinsam zu lernen, unabhängig von formalen Gegebenheiten, dem Alter der Beteiligten und den Anlässen.

In der Mediathek finden Sie neben dem Fachforum zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung weitere impulsreiche Fachvorträge. Wir laden Sie herzlich zum Stöbern ein.